Was macht psychoanalytische Paar- und Familientherapie aus?
Grundpfeiler der psychoanalytischen Paar- und Familientherapie liegen darin, dass sie die Beziehung zwischen Menschen als ein unbewusst geprägtes Beziehungsgeflecht verstehen und daran arbeiten.
Unbewusste Dynamiken: Beide Partner bringen unbewusste Wünsche, Ängste, Fantasien und ungelöste Konflikte aus der Kindheit in die Partnerschaft ein. Diese werden oft unbewusst am Partner "inszeniert".
Übertragung und Gegenübertragung: Gefühle und Muster, die ursprünglich aus früheren Beziehungen stammen (z. B. zu Elternfiguren), werden auf den Partner übertragen. Auch in der therapeutischen Beziehung tauchen solche Übertragungen auf und können sichtbar gemacht werden.
Gemeinsames Unbewusstes: Eine Paarbeziehung wird als ein „gemeinsames seelisches Feld“ verstanden, in dem unbewusste Erwartungen und Ängste beider Partner aufeinander treffen.
Konflikte verstehen statt nur lösen: Ziel ist nicht vordergründig „Harmonie“, sondern ein tieferes Verstehen der destruktiven wie konstruktiven Kräfte in der Beziehung. Indem beide Partner lernen, ihre eigenen Anteile zu erkennen, werden neue, freiere Formen des Miteinanders möglich.
Sprache und Reflexion statt Handlung: In der Therapie wird versucht, unbewusste Muster aus der Ebene der unkontrollierten Handlungen (Streit, Rückzug, Machtkämpfe) auf die Ebene der Sprache und Reflexion zu bringen.